Das "Betreute Jugendwohnen Graf (BJW)" ist eine besondere betreute Wohnform der Jugendhilfe.

Kontaktstelle

Schloßvorstadt 25
73479 Ellwangen
Tel.: 07961 / 9071 - 19
bjw@kinderheim-graf.de

Es können im BJW bis zu zehn Jugendliche und junge Erwachsene durch sozialpädagogische Fachkräfte betreut werden.

Diese jungen Menschen wohnen und leben weitgehend selbständig in eigenen Wohneinheiten. Die Betreuung erfolgt nur zeitweilig, meist nach gemeinsamer Absprache zwischen Betreuer und jungem Menschen.

Aufgenommen werden Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren,

  • die zur weitgehend selbständigen Lebensführung bereits in der Lage sind,
  • die kontraktfähig sind,
  • die bereit und in der Lage sind, während der Betreuungsmaßnahme eine schulische oder berufliche Ausbildung zu verfolgen oder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen
  • die eine selbständige Lebensführung als Ziel erreichen wollen.

Körperlich Behinderte im Sinne des § 39 BSHG werden nicht aufgenommen.

Die Betreuungsintensität kann ganz individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen jungen Menschen abgestimmt werden und zwar von einem Betreuungsschlüssel 1:2 als Intensivmaßnahme über 1:4 als Standardbetreuung bis hin zu 1:10 in der Nachbetreuungsphase. In den beiden Jugendwohngemeinschaften ist ein fester Betreuungsschlüssel von 1:3 vorgesehen.

Da von der Betreuungszeit die Zeit für administrative Tätigkeit sowie für Team- und Fallbesprechungen abgezogen werden muss, stehen für die tatsächliche Betreuung des jungen Menschen bei einem Betreuungsschlüssel von 1:4 beispielsweise 6 - 7 Std./Woche zur Verfügung.

Im Allgemeinen suchen die BetreuerInnen die jungen Menschen in ihren Wohnungen oder den Wohngemeinschaften auf, reflektieren im Gespräch Verhalten und besondere Vorkommnisse und planen die nächsten Schritte. Sie leiten ihre KlientInnen im Erlernen einer selbständigen Lebensführung an, helfen bei der Planung des Tagesablaufes und bei der Einteilung des zur Verfügung stehenden Geldes. In regelmäßigen Abständen laden die BetreuerInnen alle zu Betreuenden zu gemeinsamen Gruppenabenden in die Kontaktstelle ein. Die BetreuerInnen halten regelmäßig Kontakt zu den Familien der jungen Menschen wie auch zu den jeweils besuchten Schulen bzw. Ausbildungseinrichtungen und Arbeitsstellen.

Die MitarbeiterInnen des Fachdienstes der Gesamteinrichtung führen Anleitung und Kontrolle der fachlichen Arbeit durch Team- und Fallgespräche durch. Sie können darüber hinaus für diagnostische, therapeutische und familientherapeutische Maßnahmen eingesetzt werden.

Schwerpunkte der Arbeit sind u.a.:

  • Wechsel zwischen Betreuung, Beaufsichtigung, bzw. Kontrolle und Abschnitten selbständiger Lebensführung mit dem Ziel zunehmender Eigenständigkeit,
  • Schaffung eines lebenspraktischen Übungsfeldes mit Begleitung und Absicherung durch die pädagogische Fachkraft,
  • fortwährende Planung und Reflektion der Alltagsbewältigung, Lebensbewältigung und Freizeitgestaltung,
  • Begleitung und Förderung der schulischen/beruflichen Ausbildung,
  • Krisenmanagement,
  • Begleitung von Ablösungsprozessen (z.B. von der Herkunftsfamilie)
  • Kontraktmanagement
  • Einüben des Umgangs mit Geld, Behördengänge, etc..

Ziel ist es grundsätzlich, die Jugendlichen wieder in ihre Familien zu integrieren.
Bei Bedarf werden die jungen Menschen auch auf einen Wechsel ins Betreute Jugendwohnen oder in eine Jugendwohngemeinschaft vorbereitet.
Dazu verwenden wir ein Verselbständigungszimmer, mit der Möglichkeit, sich integriert in der Gruppen selbst zu versorgen.

Die Kontaktstelle:

Das Betreute Jugendwohnen Graf unterhält für die Arbeit mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Kontaktstelle im Gebäude Schloßvorstadt 25.
Diese Kontaktstelle besteht aus einem Büro, einem Versammlungsraum, sowie einem Übergangszimmer mit einem Notbett, einer Teeküche und einem Bad mit WC.
In dieser Kontaktstelle führen die BetreuerInnen ihre administrativen Tätigkeiten durch, führen bei Bedarf Einzel- und Gruppengespräche, halten die Gruppenabende ab, führen Gespräche mit Eltern, Lehrern, Ausbildern, etc.. Während festgelegter administrativer Arbeitszeit können die KlientInnen hier ihre BetreuerInnen erreichen. Ansonsten sind Bereitschaftstelefone im Einsatz.

In dieser Kontaktstelle kann bei Bedarf oder einer Krise kurzfristig eine Person für einige Tage zur Überbrückung untergebracht werden.

 

 

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